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5 Gründe warum sich Nettsein im Job nicht auszahlt

5 Gründe warum sich Nettsein im Job nicht auszahlt

Gastbeitrag von Marion Benson.

17 Jahre arbeitet Sabine nun schon in der Verwaltung einer Wohnungsbaugesellschaft. Aufgefordert, sich selbst zu beschreiben, sagt sie: “Ich bin zuverlässig, empathisch, immer hilfsbereit, nett (…) tja, (…) ich gelte so als die gute Seele der Abteilung eben“.
Während Sabine das erzählt, klingt ihre Stimme alles andere als stolz oder begeistert, ich habe den Eindruck, es schwingt eher Gleichgültigkeit oder Frustration mit.

Und tatsächlich, darauf angesprochen, platzt es aus Sabine heraus:
„Ich kann das nicht mehr hören, die gute Seele der Abteilung! 17 Jahre arbeite ich nun schon für die Firma, nie hab` ich mir was zu Schulden kommen lassen, im Gegenteil, ich bin die, die immer da ist, konstant gute Leistung bringt, nie meckert, auch wenn es mal stressig ist und Überstunden anfallen.

Doch irgendwie sieht das keiner, es wird als selbstverständlich hingenommen, dass ich immer für alle da bin, ich kann mich nicht mal erinnern, wann ich das letzte Mal ein Lob oder ein Dankeschön bekommen hab, von einer Gehaltserhöhung ganz zu schweigen…“

Sabine ist meine Coachingklientin und das typische Beispiel dafür, dass sich Nettigkeit im Job nicht auszahlt.

Doch warum ist das so? Warum qualifiziert Nettigkeit dich nicht für die nächste Gehaltserhöhung, sondern dazu, übersehen oder sogar ausgenutzt zu werden?

  1. Nettsein kostet Zeit und Kraft.
    Es gibt sie, diese Aufgaben, die keiner haben will, weil sie Zeit fressen und einfach langweilig sind. Und es gibt die Kolleginnen, die gut damit fahren, solche Arbeiten entweder auszusitzen, zu ignorieren, abzulehnen, oder eine Frau wie Sabine um den Gefallen zu bitten, das zu übernehmen, weil sie genau wissen, Sabine wird nicht Nein sagen sondern „Kein Problem!“ – und schwupp, hat die Nettigkeitsfalle zugeschnappt.
  2. Wer nett ist führt ein Schattendasein.
    Als nette Frau stehst du nicht gern im Vordergrund. Soweit so gut. Doch wenn du dich nicht traust, Unwichtiges, Unbedeutendes abzulehnen zugunsten von spannenden Projekten und Aufgaben, mit denen du glänzen kannst, wird deine Leistung nicht gesehen und du stehst ständig im Schatten derer, die sich dann vielleicht sogar mit deinen Lorbeeren schmücken.
  3. Nettsein ist kein Kompliment.
    Ganz ehrlich, wer will schon nett sein? Nettsein ist gleichbedeutend mit langweilig, uninteressant, annehmbar. Nettsein kann sogar nerven, denn wem es nicht gelingt, klar Position zu beziehen, auch mal nein zu sagen, der wird auch schnell zum Jasager und Schleimer abgestempelt. Ja, und die ständige Hilfsbereitschaft kann auch nerven.
  4. Nettigkeit ist ein Karrierekiller.
    Sicher, es gibt viele Belege dafür, dass Frauen in Führungspositionen gegenüber Männern benachteiligt sind und da ist noch viel zu tun. Aber Hand aufs Herz, viele Frauen sind einfach viel zu nett, um ihre Leistung selbstbewusst zu verkaufen, ihre Standpunkte zu vertreten und sich damit für eine Führungsposition zu qualifizieren.
    „Mann“ traut ihnen einfach nicht zu, sich Gehör zu verschaffen und auch unbequeme Entscheidungen durchzusetzen, sprich, ihre Frau zu stehen.
  5. Wenn du zu nett bist, bekommst Du nicht das, was Du verdienst.
    Es stimmt, was Sabine erzählt, ihre Leistung wird nicht wertgeschätzt, obwohl sie wahrscheinlich mehr arbeitet als manch andere Kollegin.
    Und ja, es ist ungerecht, dass sie keine Gehaltserhöhung bekommt.

Doch was kann Sabine tun? Solange sie sich selbst nicht wertschätzt, nicht klar artikuliert, was sie will, was sie kann und auch, was sie nicht will und dazu klar Stellung bezieht und Grenzen setzt, wird sie weiter die nette, unsichtbare, gute Seele der Abteilung bleiben, die es allen recht macht, nur nicht sich selbst.

Ein Kommunikationsseminar zum Neinsagen lernen wird ihr nicht helfen, solange sie nicht weiß, wozu sie ja sagt und selbstbestimmt und klar für sich und ihre Bedürfnisse einsteht.

Das Gute daran: Weil das Problem in erster Linie mit ihr selbst zu tun hat, kann sie lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen für ihr Leben, ihre Zufriedenheit und ihren Erfolg und damit endlich das bekommen, was sie verdient.

Dir kommt das bekannt vor und Du wünschst Dir Unterstützung?

Melde Dich bei mir per Telefon oder E-Mail. Ich freue mich auf Dich!

Deine Marion Benson

Webseite: Coaching für Nettworker

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Foto Marion Benson: Rossi Photography / Christoforos Mechanezidis

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