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Rückwärts und auf Stöckelschuhen: Wie erfolgreiche Frauen sich bei verbalen Angriffen wehren können

Gastbeitrag von Dr. Christa D. Schäfer.

Christa Schaefer

Fred Astaire war berühmt für seinen Tanz. Er trat in einer Reihe von Tanzfilmen auf, er prägte die Tanz- und Musical-Landschaft stark und galt als einzigartig begabt. Deutlich weniger bekannt ist seine langjährige Tanzpartnerin Ginger Rogers, obwohl diese ebenfalls in zahlreichen Filmen und Musicals mitspielte und eine jahrzehntelange Karriere verfolgte. Von Ginger Rogers wird gesagt, dass sie genauso gut tanzen konnte wie Fred Astaire, nur eben rückwärts und auf Stöckelschuhen.

Dieses Gefühl kennen viele berufstätige Frauen. Sie müssen sich doppelt anstrengen und doppelt so gut sein, um vielleicht nur die Hälfte des Erfolgs ihrer männlichen Kollegen zu haben, und sie verdienen darüber hinaus auch oft für die gleiche Arbeit weniger Geld. Die gläserne Decke existiert weiterhin für Frauen im Berufsleben, und es ist schwerer für sie, die Karriereleiter emporzuklettern.

Doch selbst wenn Frauen dies gelungen ist, so können sie sich darauf nicht ausruhen. Sie sind in der Regel häufiger Anfeindungen ausgesetzt als erfolgreiche Männer. Frauen, die im Mittelpunkt stehen, Frauen, die sichtbar und erfolgreich sind, werden oftmals heftig angegangen. Je höher ihre Position, desto massiver und verletzender sind die Angriffe in der Regel. Erfolgreiche Frauen werden sowohl im Internet als auch im direkten Kontakt angefeindet. Sie dienen als Zielscheibe für Männer und für andere Frauen. Und was sich oftmals signifikant unterscheidet zu den Angriffen, denen erfolgreiche Männer ausgesetzt sind: Die Angriffe gegen Frauen richten sich nicht auf ihre inhaltliche Arbeit, sondern auf ihr Privatleben, ihre Karriere oder ihr Äußeres. Solche Angriffe können aus der Bahn werfen und an sich selber, an den eigenen Fähigkeiten und Errungenschaften zweifeln lassen. Und daher ist es wichtig, dass Frauen in dem Moment, in dem sie angegangen werden, einen kühlen Kopf bewahren und selbstbewusst Kontra geben.

Erleben Sie einen Angriff im direkten Kontakt?

Dann beachten Sie folgende Punkte:

  1. Atmen Sie tief durch. Ausatmen ist genauso wichtig wie einatmen. Zu viel einzuatmen, ohne richtig auszuatmen, kann zum Hyperventilieren führen.
  2. Fragen Sie nach: „Habe ich Sie richtig verstanden, dass….?“ und wiederholen Sie das Gesagte in Ihren eigenen Worten. Dies erlaubt Ihnen, sich einen Moment zu sammeln und möglichen Missverständnissen vorzubeugen.
  3. Zeigen Sie Ihre Kompetenz in dem Thema und Ihre Fachkenntnis.
  4. Nehmen Sie den Angriff nicht persönlich. Die Anfeindungen, die sich gerade gegen Sie richten, könnten möglicherweise auch jede andere Frau in Ihrer Position treffen.
  5. Versuchen Sie, Anfeindungen mit einer Menge Humor zu begegnen. Lachen ist wichtig und sogar notwendig – auch dafür, sich selbst und die Situation nicht so ernst zu nehmen.
  6. Sie müssen nicht alles beantworten oder kommentieren. Wenn etwas zu persönlich oder zu verletzend wird, wenn der Angriff unter der Gürtellinie erfolgt, können (und sollten) Sie durchaus sagen: „Auf dieser Ebene möchte ich nicht kommunizieren. Ich höre Ihnen gern zu, wenn Sie ruhig und sachlich mit mir sprechen.“
  7. Bitten Sie Ihre Kritiker*innen bei destruktiver Kritik, Ihnen konstruktive Vorschläge zu unterbreiten und fragen Sie, was Sie deren Ansicht nach besser machen könnten. Oftmals wissen Kritiker*innen dann nichts mehr zu sagen.
  8. Legen Sie sich bei Publikumsgesprächen o.ä. eine Reihe von Aussagen zurecht, auf die Sie bei Bedarf zurückgreifen können – dann sind Sie besser vorbereitet.

Online verhält es sich anders. Dort wird anders angegriffen als direkt. Viele Menschen würden sich nicht trauen, einer Person direkt in‘s Gesicht zu sagen, was sie an Kommentaren unter Artikel, Videos o.ä. posten. Die Anonymität des Internets lässt weitaus heftigere Angriffe zu als dies oft im persönlichen Kontakt erfolgt.

Auch wenn Sie online angegriffen werden, haben Sie verschiedene Optionen der Reaktion. Ob digital oder direkt – eine zentrale Sache ist Ihre Einstellung. Es ist nicht leicht, aber machen Sie sich möglichst frei davon, dass alle Sie mögen sollen. Es ist wichtig, unempfindlicher zu werden und Streiten zu lernen. Entscheiden Sie selber, wie viel Macht Sie anderen Menschen über sich geben wollen. Und überlegen Sie: Wie viel Gewicht möchten Sie stattdessen positiven Rückmeldungen und Komplimenten schenken?

Verbaler Angriff? Mit Intelligenz und Strategie reagieren!

Erfahren Sie mehr dazu in meinem Impuls-Vortrag auf dem W.I.N Innovation Summit am 21.03.2020 in Berlin. Lernen Sie, wie Sie ein schwieriges Gespräch in eine für Sie erfreuliche Richtung wenden und zu einem für Sie erfolgreichen Abschluss bringen können.
Ich freue mich auf Sie, sagt Dr. Christa D. Schäfer

Beitragsbild: Free-Photo Pixabay.com

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